Osako der buschige Gartenbambus
Osako wurde 1999 als Sämling in meinem Überwinterungsgewächshaus entdeckt. Im Gegensatz zu den Sämlingen von 1994 - 98 hat er sich von Anfang an als robust erwiesen. Eine sattgrüne Farbe und ein sehr dichter Wuchs zeichnen ihn aus. Osako ist ein horstig wachsender Bambus, d.h. er macht keine Ausläufer und wuchert nicht durch den Garten.
Die Wuchshöhe der Solitärpflanze auf dem ersten Photo (Solitär 2010) liegt bei ca. 250 cm. Die Pflanze wurde 2004 als 80 -100 cm Teilstück mit 10 Liter Ballen gepflanzt und hat sich 2010 zu einem prächtigen Solitär entwickelt. Die Endhöhe des Osako Sämlingsclons wird bei ca. 250 cm in der Sonne und ca. 300 cm im Schatten liegen. Die einzelnen Stämmchen können im unteren Bereich bis zu 10 mm stark werden.
Die Winterhärte ist nach bisherigen Erfahrungen sehr gut. Der Sämling wurde schon 2000 direkt ins Freiland gepflanzt und hat bisher alle Winter gut überstanden. Minimum Temperaturen bis minus 24 C wurden bisher mit keinen bis leichten Blattschäden vertragen. Die Sonnentauglichkeit ist um einiges besser als die anderer Sorten.
Aufgrund der positiven Erfahrungen habe ich die Sorte beim Europäischen Sortenamt CPVO zum Sortenschutz angemeldet. Der europaweite Schutz für Fargesia murielae `Osako´ wurde vom Community Plant Variety Office mit Wirkung vom 25 Mai 2010 erteilt.
Verwendung von Osako:
Osako läßt sich sehr gut als einzelner Solitär im Garten verwenden, auch direkt an Teichen, da seinen Rhizome wenig Gefahr für Teichfolien darstellen. Als Sichtschutz ist er auch sehr gut zu verwenden, entweder als Einzelpflanze , da er sehr dicht wächst, als kleine Gruppe, oder normal als Hecke gepflanzt. Hier genügt, je nach gekaufter Pflanzgröße, ein Pflanzabstand von minimal 70 cm, besser 100 cm, damit jede Einzelpflanze am Anfang etwas mehr Raum zur Entwicklung hat.
Standort:
Sonne, wird mit gelegentlichem zusätzlichen Wässern sehr gut vertragen! Ein beschatteter Wurzelbereich hilft hierbei. Osako behält bei regelmäßiger/gelegentlicher Düngung im Gegensatz zu anderen Fargesie murielae Sorten seine dunkelgrüne Blattfarbe und rollt auch die Blätter etwas später als andere Sorten. Halbschatten mit Morgen - oder Abendsonne ist ein sehr guter/optimale Standort. Schatten oder Absonniger Standort wird auch gut vertragen, sofern andere Gehölze nicht zu dicht stehen und das Licht wegnehmen.
Boden:
Leichter humoser Boden mit leicht saueren ph Werten um 6,5 wird bevorzugt. Schwere luftundurchläßige Böden sollten bei Pflanzung mit Humus verbessert werden, da sonst frischgepflanzte Osako zu Wachstumsverzögerungen neigen. Einmal angewachsen wächst Osako auch auf schwereren Böden. Staunässe ist an allen Standorten unbedingt zu beseitigen, dies führt zu chlorotischen( gelben ) Blättern und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanzen.
Düngung:
Rasendünger, ob rein mineralisch oder organisch/mineralisch werden gut angenommen. Spezielle Bambusdünger können natürlich auch verwendet werden.
Gießen:
Osako rollt wie alle Fargesia murielae im Sommer tagsüber die Blätter. Dies dient dem Verdunstungsschutz. Sollten die Blätter am Abend, nach Sonnenuntergang immer noch gerollt sein, sollte gegossen werden. Auf leichten Böden durchaus auch mal üppig, auf schweren Böden nur mäßig, um keine Staunässe im Pflanzloch zu verursachen. Ein Überbrausen der Bätter nach Sonnenuntergang wirkt sich sehr positiv aus. Ab dem zweiten Standjahr kann auch auf schweren Böden üppig gegossen werden.
Schnitt:
Osako muß aufgrund seiner verträglichen Größe von 200 - 250 cm (max. 300 cm) eigentlich nicht geschnitten werden. Sollten die Seitentriebe zu weit überhängen, könnten sie entweder einzeln etwas eingekürzt oder mit der Heckenschere formiert werden, je nach Geschmack. Ein Auslichtungsschnitt ist nicht erforderlich. Einzelne unschöne Triebe können problemlos nahe des Bodens entfernt werden.
Osako als Kübelpflanze:
Osako benötigt als Kübelpflanze große Pflanzgefäße mit gut wasserdurchlässigem Substrat. Staunässe und eine übermäßige Erwärmung der Pflanzgefäße sollte vermieden werden.
Eine Verwendung von Osako auf Dachgärten mit flächig aufgetragenem Dachgartensubstrat ab ca. 35 cm Stärke ist möglich. Auch hier gilt: Wurzelbereich durch Unterpflanzung schattieren und keine Staunässe.
Der Sortenname Osako
Osako ist aus der Zusammenfassung der ursprünglichen Gärtnerei internen Kurzbeschreibung entstanden. Diese lautete: Osnabrücker SAemling KOmpakt kurz und bündig OSAKO
Die Produktion von Pseudosasa japonica, Phyllostachys spec. und Semiarundinaria spec. wurde von mir 2008 reduziert, um mehr Anbaufläche für die Vermehrung von Fargesia murielae `Osako´ zu haben. Daneben wird noch Fargesia jiuzhaigou und Fargesia denudata produziert.
















